BEGRÜSSUNG FOTOAUSSTELLUNG 23.JANUAR 2009

Cordula Hoepfner

Guten Abend, meine Damen und Herren, liebe Fotofreunde und nicht zuletzt liebe Helfer, und Zuarbeiter! Als Mitglied des Kuratoriums der Hoepfner Stiftung begrüße ich den Hausherrn und Präsidenten der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe –Bernd Bechtold – (darüberhinaus auch Mitglied des Stiftungs-Kuratoriums!). Wir danken ihm sehr für die Möglichkeit, in diesem Haus das Ergebnis des ersten Hoepfner-Stiftungs-Wettbewerbs für Fotografie zeigen zu können. Ich begrüße Herrn Bürgermeister Wolfram Jäger und danke Ihnen für die freundlichen Worte!

Die noch junge Hoepfner-Stiftung hat in ihrem ersten Förderprogramm einen Fotowettbewerb zum Thema „Etwas bewegen“ ausgeschrieben, ein bewußt weitgefaßtes Thema, das Raum für viele Interpretationen läßt. Catharina Hoepfner hat – als angehende Fotodesignerin – zusammen mit Frau Daniela Willmann, Pressesprecherin der Brauerei Hoepfner und einigen einsatzfreudigen Helferinnen die Ausschreibung und Gesamtorganisation des Wettbewerbs übernommen und durchgeführt, vielen Dank!

Es wurde eine Ausstellungsjury berufen, der ich angehört habe. Ich darf fast alle Mitglieder herzlich begrüssen :

1. Frau Professor Dr. Rödiger-Diruf, langjährige Leiterin der Städtischen Galerie Karlsruhe und heute an der Universität lehrend. Sie haben uns neben Ihrem großen Kunstverständnis durch vielfach erprobte Jury-Tätigkeit sehr geholfen!

2. Frau Mona Breede, eine sehr renommierte und international arbeitende Fotokünstlerin. Sie zeigt derzeit in der Ettlinger Galerie Weigand einige ihrer großen und wunderschönen Arbeiten zum Thema „Bewegung von Menschen im öffentlichen Raum“. Und wenn sie nicht in Ettlingen ausstellt, ist sie in Moskau, Berlin, Antwerpen, Paris oder Riga zu sehen!

3. Herr Georg Holzmann war bis vor Kurzem Präsident des Deutschen Verbandes für Photographie. Er hat ein untrügliches und lange geschultes Auge für die Qualitäten einer Fotoarbeit.

4. Heute leider nicht dabei sein kann Frank Späth aus Hamburg, der äußerst aktive Chefredakteur der Zeitschrift „Photographie“. Ein Spezialist für alle fotografie-technischen Finessen. Er war sehr wichtig bei den technischen Qualitätsentscheidungen.

Nach der öffentlichen Ausschreibung des Fotowettbewerbes vor etwa einem Jahr passierte gar nichts, es passierte ein gutes halbes Jahr wirklich überhaupt nichts, wir waren kurz davor, die Sache mangels Interesse abzusagen. Ende September/ Anfang Oktober kamen etwa 15 Einsendungen. Auch nicht viel besser. Anfang Dezember, kurz vor dem Einsendeschluß bekamen wir Krach mit dem Postboten. Es wurden 274 Einsendungen mit etwa 1.9oo Fotoarbeiten angeliefert. Leichte Panik ergriff die Beteiligten. Die statistische Auswertung der Teilnehmer nannte 105 Hobbyfotografen, 70 Fotokünstler, 53 Berufsfotografen und etwa 40 Studenten und Schüler. „Etwas bewegen“ hieß das Thema. Etwas bewegen kann man im Kopf, mit einer Tätigkeit, durch körperlichen Einsatz, mit Worten, mit Taten, beim Wünschen , in den Träumen und in der Phantasie. Die Jury war beim Anschauen und Beurteilen der Arbeiten (die Kriterien waren streng festgelegt), sehr fasziniert von der Vielseitigkeit der Themenumsetzung. Es soll aber auch gesagt sein, daß eine große Anzahl von Wettbewerbsteilnehmern weder vom Thema noch von der Einhaltung der Kriterien Gebrauch gemacht hatte.

Wir möchten heute in einer Ausstellung die besten Arbeiten dieses Wettbewerbes mit etwa 5O Fotographien zeigen. Es gibt 10 Preise im Wert von 9.500 Euro, die Preisträger der drei ersten Preise sind heute Abend persönlich angereist und wir werden ihnen anschließend ihre Preise und eine Teilnahme-Urkunde überreichen. „Etwas bewegen“, das Thema dieses Wettbewerbes wurde auf so viele Arten verstanden und durch das Medium der Photographie dargestellt:

* Ob es die leeren und verlassenen Räume sind, in denen berühmte Menschen gelebt haben, die kraft ihrer Gedanken, Taten und Visionen etwas Wesentliches in der Welt bewegt haben

* Ob es der Flußschiffer ist, der seinen Schleppkahn durch die Strömung lenkt, während sein Fahrrad für den Landgang an der Reling steht

* Ob es die alten und verbrauchten Hände einer Frau sind, die langsam und mühsam eine Kartoffel schälen

* Ob es die wahllos zusammengewürfelten bunten Wohnwagen von Aussteigern, Abenteurern, Zigeunern – in jedem Fall von Außenseitern der Gesellschaft sind, die sich für kurze Zeit irgendwo zusammenstellen, ehe sie wieder weiterziehen – die Nomaden unserer Zeit –

* Ob es die Frau ist, die beschwörend die Arme in die Luft wirft – hinter ihr eine Hundertschaft von Polizisten in Kampfausrüstung und vor ihr aufgebrachte Demonstranten, die Steine werfen – „ etwas bewegen“,

jeder versteht etwas anderes darunter.

Ehe Sie sich die Fotoarbeiten näher anschauen, möchte ich noch den Musiker des Abends vorstellen: Bernd Wiedamann, ein äußerst vielseitiger Musiker auf vielen Instrumenten, besonders aber ein Klarinettist und Saxophonist von hohen Graden, der sich durch Räume und Kunstexponate, durch Menschen und Athmosphäre gerne zu musikalischen Improvisationen inspirieren lässt und sich mit seiner Musik durch den Raum und zwischen den Menschen bewegt – auch ein Bild über „etwas bewegen“. Herr Wiedamann unterrichtet u.a. am Konservatorium in Karlsruhe und hat sich durch einige organisatorische Klimmzüge für eine gute Stunde Zeit für uns genommen, er steckt mit seinen Schülern in anstrengenden Endproben zum „Jugend musiziert“- Wettbewerb, der an diesem Wochenende stattfindet! Vielen Dank!

 

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Letzte Aktualisierung: 23.08.2011
Autor: Friedrich Georg Hoepfner